der Ruf des Kuckucks

Der Ruf des Kuckucks

der Ruf des Kuckucks

Sanfter Wind nähert sich aus der Ferne und kündigt sein Kommen durch ein immer lauter werdendes Rauschen in den Baumwipfeln an. Warme Sonnenstrahlen durchdringen das Zelt. Heute scheint ein sommerlicher Tag zu werden.

Während wir noch gemütlich im Schlafsack liegen hören wir ihn wieder: den Ruf des Kuckucks. Fast könnte man meinen wir sind im Schwarzwald und eine Kuckucksuhr nach der anderen gibt ihr bestes. Doch sobald wir das Zelt aufmachen, blicken wir auf einen weiten See, der von zahlreichen Fichten, Birken und Kiefern umrahmt ist und sehen nichts außer Natur. Norwegen! Ein Anblick von dem wir uns kaum satt sehen können. Am liebsten würden wir die ganze Atmosphäre fotografieren und zu 100% in unserem Gedächtnis abspeichern.

Irgendwo tief im Wald sitzt der Kuckuck und begrüßt uns mit seinem Ruf zum neuen Tag.

Heute ist Samstag, unser Ruhetag vom Wandern.

Vor genau fünf Tagen standen wir noch im hektischen Treiben am Flughafen, haben uns von unseren Lieben verabschiedet und sind in den Flieger nach Norwegen eingestiegen. Überall viel Betrieb und viele Menschen.

Jetzt sind es nur noch wir zwei, ein Kuckuck und ein junger Hirsch, der seinen Durst am See stillt.

Die letzten Tage waren von viel schöner Natur, aber auch anstrengenden Wanderungen geprägt. So viel Gepäck dabei zu haben entschleunigt das Wandertempo enorm 😀

Neben einigen Moorgebieten, in denen wir uns stets von einer kleinen Bauminsel zur nächsten entlang hangelten, begleiten uns riesige Heidelbeerfelder. Es wird ein Festmahl, wenn diese alle erntereif sind. Aber bis dahin müssen wir uns noch ein wenig gedulden und Vorliebe mir unseren Trockenfrüchten nehmen. Im Vergleich zu den Müsliriegeln, sind diese wirklich eine Wohltat.

Auf unserer Route haben wir einige Norweger getroffen, die z.T. mit der ganzen Familie von den Großeltern bis zu den Enkelkindern wandern waren. Unsere großen Rucksäcke scheinen der perfekte Gesprächseinstieg zu sein. Bisher wurden wir von fast jedem Wanderer angesprochen, natürlich auf norwegisch. Da wir von der Sprache bis auf "Hallo" und "Danke" noch nichts können (wir sollten unbedingt mehr lernen :D), führten wir das Gespräch in englisch weiter. Dabei lernten wir die Freundlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft der Norweger schätzen. Ein Ehepaar empfahl uns einen anderen Weg zu gehen, da dieser uns schneller an unser Ziel, die nächste größere Ortschaft, bringen würde. Wir folgten ihrem Rat, auch wenn der Weg sich bald in Heidelbeerfeldern, dicht stehenden Fichten und umgefallenen Bäumen verlor. Umkehren war keine Option, also ging es Quer-Feld-ein weiter, was mit Rucksack eine ganz neue Herausforderung darstellt. In dieser noch unberührteren Natur begegneten wir zweimal einem Auerhuhn, in Deutschland ein seltener Gast. Dank Jonathans Kompass kamen wir nach einiger Zeit wieder auf einen Wanderweg. Diese Abkürzung hat uns tatsächlich einiges an Zeit und Kraft gespart.

Was unser Trinkwasser angeht sind wir auf fließende Bäche und Flüsse angewiesen und so erfreut uns jedes Rauschen in der Ferne. Meist stellt es sich auch tatsächlich als Wasserquelle und nicht als rauschende Baumwipfeln dar. So hat es uns bisher nie an Wasser und Essen gemangelt, wofür wir sehr dankbar sind.

Wir sind gespannt, was die nächste Woche für uns bereit hält. Der Ruf des Kuckucks wird uns sicherlich noch weiter begleiten.

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