Die letzten 3 Wochen in der norwegischen Wildnis

Die letzten 3 Wochen in der norwegischen Wildnis

Die letzten 3 Wochen in der norwegischen Wildnis

Die letzten 3 Wochen in der norwegischen Wildnis

12. bis 14.Woche in Norwegen

Unterwegs mit der norwegischen Eisenbahn

Von einem Nachbar wurden wir vom Hardangerfjord mit nach Voss genommen, wo unsere erste Fahrt mit der norwegischen Eisenbahn beginnen sollte. Es fing irgendwann sehr stark an zu regnen, sodass wir völlig nass am Bahnhofs-Gebäude ankamen. Die dort vorhandenen Steckdosen nutzten wir noch zum Technik Aufladen und dann ging es schon bald los.

Mit Kauf der Fahrkarte wurde uns direkt ein Sitzplatz zugewiesen. Die Schaffnerin war sehr gut organisiert und wusste genau wer wo aussteigt. Diese gute Organisation und die kostenlose Platz-Zuweisung könnte die DB auch mal übernehmen. Auf der Fahrt bekamen wir wunderschöne Natur zu sehen. Vor allem der Hardangervidda Nationalpark (wo es natürlich wieder regnete), ließ unser Herz höher schlagen. Eine Asiatin vor uns klebte die ganze Zeit mit ihrer Kamera am Fenster. Wie schön, dass unsere Hardangervidda-Fotos live vor Ort und nicht nur durch das Zugfenster entstanden sind.

1 Woche in Flå

Schließlich kamen wir in Flå an und waren total müde. Nach einer kurzen Verschnaufspause machten wir uns los. Doch schon bald fing es an zu regnen, sodass wir unser Zelt notdürftig und schnell aufbauten. Insgesamt zelteten wir eine ganze Woche in den Wäldern um Flå und wanderten kaum. Wir waren einfach so müde. Außerdem fing es immer an zu regnen, wenn wir aufbrechen wollten. Dann krochen wir uns wieder ins Zelt zurück und entspannten. Doch irgendwann war es auch genug der Entspannung und wir sehnten uns nach einem neuen Abenteuer.

Weiterfahrt nach Vikersund

Unsere nächste Wanderung sollte in Vikersund starten. Nachdem wir in Flå beim Kiwi eingekauft haben und uns zum Mittag Bananen mit ordentlich Erdnussmuß gönnten, stiegen wir in den Bus ein. So schnell, wie der Busfahrer gefahren ist, hatte er wohl Zeitdruck. Diese Vermutung bestätigte sich, als uns der Fahrer in Vikersund nicht an der eigentlichen Haltestelle, sondern mitten auf der Landstraße am Grünstreifen heraus ließ. Nachdem der Bus abgefahren ist, düsten auch schon große Autos und Lkws an uns vorbei. Daher schulterten wir unsere Rucksäcke unten im Graben und überquerten vorsichtig die Straße.

Wanderung zum Startpunkt

Um an den Startpunkt unserer Wanderung zu kommen, mussten wir den ganzen Ort durchqueren, dem Fluss folgen, um ihn dann auf einer Brücke zu überqueren und anschließend auf der anderen Uferseite den Fluss wieder zurück zu laufen. Ein kleines Boot hätte diese Wegstrecke enorm verkürzt.

So erreichten wir gegen 18Uhr den Startpunkt unserer Tour. Wasser gab es erst auf 500m Höhe. Der Weg dorthin war überwiegend Forststraße, die sich in langen Serpentinen den Berg hoch schlängelte.

Unsere erste Nachtwanderung

Nachdem wir uns am Fuße des Berges mit Abendessen gestärkt haben, begann der Aufstieg. Ein motivierter Rennredfahrer begleitete uns zeitweise. Erst fuhr er an uns vorbei bergauf, um einige Minuten später mit einer enormen Geschwindigkeit wieder herunter zu düsen. Das wiederholte sich so lange, bis wir an einer Kreuzung rechts abbogen. Zwischendurch fing es an zu regnen. Die Sonne sank immer tiefer. Wir zählten schon die Kurven, die es noch brauchte, bis wir oben wären. Das erste Mal auf unsere Norwegenreise fingen unsere Füße an weh zu tun. Auf 400m machten wir eine kurze Pause, zogen die Schuhe aus und massierten uns die Füße mit Minzöl ein. Erstaunlicherweise hatte sich keiner von uns Blasen gelaufen. Wir vermuten, dass die lange Wanderung durch die Ortschaft mit den asphaltierten Straßen und dann hier die festen Forstwege ihren Beitrag zu den müden Füßen geleistet haben. Als wir wieder in die Schuhe schlupften war die Sonne hinter der Hügelkette am Horizont verschwunden. Nun ging es mit Kopflampe weiter. Neben der Dunkelheit zog noch Nebel auf, sodass wir kaum weit schauen konnten. Nachdem wir uns verlaufen haben, erreichten wir um Mitternacht unser Ziel. Wir hörten pletscherndes Wasser und sahen die groben Umrisse eines Sees. Müde und erschöpft bauten wir das Zelt auf und fielen in einen tiefen Schlaf.

Ein Meer von Heidelbeeren

Nachdem wir uns einen Tag Ruhe gönnten (es hat sowieso geregnet), zogen wir weiter. Wir wurden von einem Meer an Heidelbeeren umgeben. Am Anfang sind wir noch staunend und begeistert daran vorbei gelaufen. Die Beeren waren sogar richtig prall und das obwohl es diesen Sommer so wenig geregnet hat. Aber nach unserer Mittagspause am Nachmittag hielten wir es nicht länger aus und jeder sammelte eine ganze Tasse, also 300ml Heidelbeeren. Die haben wir uns auf einem ameisenfreien Felsen schmecken lassen. Generell sind hier in der Gegend sehr viele Waldameisen. Fast alle 20 Meter treffen wir einen Ameisen-Haufen. Interessanterweise haben wir dafür in dieser Gegend kaum Probleme mit Zecken. Ob die fleißigen Waldameisen diese wohl aufsammeln?

Wunderschöne einsame Seeplätze

Unsere nächsten Schlafplätze befanden sich mitten im Naturschutzgebiet Finnemarka. Nur sehr selten trafen wir auf Wanderer. Doch zwei Wanderer sind uns sehr warm in Erinnerung geblieben: Zwei norwegische Senioren, vielleicht Brüder, oder einfach richtig gute Freunde. Sie waren so überrascht uns im Wald zu treffen, da es unter der Woche war und sie so häufig hier Touren machen und niemanden treffen. Sie haben uns von ihren Wandererlebnissen erzählt und waren über unseren Reisestil begeistert. Uns hat ihre Freundlichkeit und Offenheit sehr gut gefallen. Auch dass sie trotz ihres hohen Alters noch so aktiv sind und Gemeinschaft pflegen. Wirklich schön. Von ihnen bekamen wir einen Platz zum Zelten empfohlen. Auf uns wartete ein wunderschöner stiller See. Sogar ebene Stellen zum Zelten waren vorhanden. An einem anderen größeren See zelteten wir drei Nächte, da es so viel am regnen war. Aber es gab auch einige schöne Sonnenmomente, die wir draußen bei beruhigender Aussicht genießen konnten. An diesem Seeplatz feierten wir unseren ersten Hochzeitstag. 🙂

Unterwegs bei Nebel

Das Wetter bekam immer mehr herbstlichen Charakter. An einem Morgen wollte der Nebel gar nicht verschwinden. Wir mussten das Zelt im nassen Zustand einpacken. Alles hat geklebt und war unangenehm. Beim Wandern sind dann unsere Hosen und Schuhe total durchgenässt, da das hohe Gras viele Wassertropfen trug. Der Nebel hielt sich den ganzen Vormittag. Einmal haben wir uns beim Wandern aus den Augen verloren und konnten einander nur über akustische Signale wieder finden. Das war schon ein komisches Gefühl, sich nur auf sein Gehör zu verlassen, da das Auge kaum helfen konnte.

Zelten mit Freunden

Zufälligerweise machten 2 Freunde aus Deutschland gerade Urlaub in Norwegen. Da sie mit dem Auto unterwegs waren, konnten sie es einrichten, dass wir uns in der Nähe von Vikersund treffen. Das war eine tolle Sache. Ihr Reisestil hat uns sehr inspiriert: Das Auto wurde zum Mini-Wohnwagen umpräpariert und ihre aus Deutschland mitgebrachten Essensvorräte haben uns schwer beeindruckt. Wann haben wir das letzte mal so viel Sojamilch gesehen? 😀 Wir wanderten ein Stück zusammen, fuhren sehr abenteuerlich zu viert Auto und zelteten gemeinsam an einem See. Es war eine sehr schönes Miteinander.

Und das war nicht das letzte mal, dass wir uns in diesem Sommer in Norwegen sehen sollten...

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