Yogyakarta - Indonesien's Antwort auf Bangkok

Yogyakarta – Indonesien’s Antwort auf Bangkok

Yogyakarta – Indonesien’s Antwort auf Bangkok

24.Woche

Die Stadt der Tempel

In Yogyakarta befinden sich zahlreiche Tempelanlagen. An Jonathan’s Geburtstag starteten wir unsere Tempeltour. Insgesamt standen 8 Tempelanlagen auf unserem Tagesplan. Die bekanntesten davon sind Borobudur und Prambanan. Letzterer erinnert an das Zuhause von King Luis aus dem Dschungelbuch. Da uns die Eintrittspreise dort so viel gekostet hätten, wie fünf Nächte in einer pasablen Unterkunft, entschieden wir uns diese Anlagen nur von außen anzuschauen. Die anderen, auch sehr beeindruckenden Tempelanlagen schauten wir uns aus der Nähe an. Unterwegs waren wir mit dem Roller.

Verrückter Straßenverkehr

Um an die verschiedenen Orte zu gelangen, mussten wir das Zentrum Yogyakarta’s durchqueren. Hier sind die Rollerfahrer der König. Überall wimmelt es von den Zweirad-Maschinen. An den roten Ampeln sammelt sich vorne eine riesige Masse an Rollerfahrern. Sobald die Ampel auf grün schaltet wird gehupt und die Masse kommt langsam ins Rollen. Dieser Ort ist definitiv nichts für Fahranfänger. Von links und rechts wurden wir von anderen Rollerfahrern überholt. Gelegentlich kam uns ein Roller entgegen. Zusätzlich gilt es noch die Autos und zT. großen Lastwagen und Busse zu beachten. Also wirklich eine Herausforderung… Ganz abgesehen von der schlechten Luft…

Candi Sambisari

Unser erster Tempel befand sich sozusagen unter der Erde. Erbaut im 9.Jhd. wurde dieser hinduistische Tempel einst mit einem Ascheberg vom Vulkan Merapi bedeckt. Seitdem ruhte die Anlage unter der Erde. Mehrere Jahre später war ein Bauer damit beschäftigt, sein Feld umzugraben. Plötzlich stoß er dabei auf feste Steine. Die Tempelanlage wurde wieder entdeckt. 1987 wurde diese dann renoviert. Die Steinbauten waren sehr beeindruckend und kunstvoll gestaltet. In der Mitte des Tempels befand sich ein Altar. Wir machten ein paar Aufnahmen und dann ging es zum nächsten Tempel.

Candi Plaosan

Besonders gut hat uns der Tempel Plaosan gefallen. Dieser wurde im 8.Jhd. von der damaligen Königin erbaut. Ihr Mann beauftragte damals den Bau des großen und berühmten Prambanan Tempels. Die Anlage befindet sich heute umgeben von zahlreichen Reisfeldern, was eine besondere Atmosphäre schafft. Überall liegen noch Steinhaufen herum, die noch nicht ihren Platz gefunden haben. Im Tempel befinden sich mehrere trohnende Statuen. Interessanterweise sitzen alle mit dem rechten Bein verschränkt auf dem Thron. Die Steine wurden kunstvoll mit Figuren und Formen verziert.

Merapi – eine gefährliche Naturgewalt

Eine weitere Besonderheit Yogyakarta’s ist der immer noch aktive Vulkan Merapi. Er gehört zu den gefährlichsten Vulkane der Welt. 2010 brach er das letzte Mal aus und forderte einige Menschenleben. Im Mai diesen Jahres kam es zu einer phreatische Explosion. Laut Wikipedia handelt es sich dabei „im weiteren Sinne (um) eine vulkanische Explosion, die aus einer Wasserdampfexplosion im Zusammenhang mit magmatischer Tätigkeit resultiert“. Die Forscher rechnen damit, dass der Vulkan alle 10 bis 15 Jahre ausbricht. Pyroklastische Ströme können allerdings häufiger und vor allem sehr unerwartet auftreten.

Unsere Tour zum Merapi…

Es werden verschiedene guided Touren für den Vulkan angeboten. Doch man kann diesen auch alleine und selbstständig besteigen. Das war unser Plan. Wir freuten uns riesig auf dieses Abenteuer. Es startete schon damit, dass wir 2 Stunden mit dem Roller unterwegs waren, um an den Startpunkt zu gelangen. Es ging durch kleine, süße Bauerndörfer, vorbei an Reisfeldern und Plantagen. Am Straßenrand trugen die Einheimischen in großen Bündeln die Ernte auf dem Kopf oder Rücken. Kinder winkten uns freudig zu. Besonders beeindruckend war eine enorm steile Brücke, die eine starke „V-Form“ hatte. Gut, dass unser Roller so viel PS hatte. Doch am Fuße des Vulkanes musste Anne häufiger absteigen, da es dann doch zu steil war.

… Fiel ins Wasser

Am Startpunkt angekommen sahen wir große gelbe Plakate: Climbing on Mount Merapi forbidden! Der Aufstieg auf den Vulkan war verboten! Ein Einheimischer bestätigte uns dies. Es ist momentan zu gefährlich, aufgrund möglicher Pyroklastischer Ströme. Seltsam, dass wir von einem lokalen Touristenführer einen Tag zuvor die Info bekamen, der Vulkan sei besteigbar. Da hat wohl der Buschfunk nicht richtig funktioniert. Zudem kam noch, dass der Vulkan gerade mitten in den Wolken steckte und wir wahrscheinlich in den Regen gewandert wären. Also stiegen wir wieder auf unseren Zweirad-Gefährten. Enttäuscht überlegten wir uns einen neuen Plan. Schade, dass es nicht geklappt hat. Aber vielleicht werden wir irgendwann noch die Möglichkeit haben einen Vulkan zu besteigen.

Malioboro Street

Besonders bekannt für Yogyakarta ist die Malioboro Street. Hier spielt sich das Leben der Einheimischen ab. Zahlreiche Kleidungsstücke werden hier verkauft, genauso wie Essen und andere Kleinigkeiten. Direkt neben dran befindet sich ein weiterer Markt. Dieser erinnerte uns schwer an einen Flohmarkt. Bilder von berühmten Persönlichkeiten, Musik-Kasetten, Schuhe, Bücher, Kochutensilien und vieles mehr ist hier zu finden. Die Einheimischen sitzen meist auf Decken, auf denen sie ihre Angebote ausbreiten. Ein paar Straßen weiter besuchten wir eine Batik-Ausstellung. Ein Einheimischer erklärte uns kostenlos, wie die Technik funktioniert. Es wird viel mit Wachs gearbeitet.

Weshalb wir diese Märkte aufgesucht haben, war mal wieder unserer Suche nach Obst geschuldet. Und wir wurden fündig! Neben Mango, Trauben und diesem süß-scharfen Drachenauge, haben wir tatsächlich Mangosteen bekommen. Das war eine große Freude!

Jackfrucht – die Multifunktionsfrucht

Überall am Straßenrand wachsen sie. Bäume, die mit zahlreichen Jackfrüchten voll hängen. Zum Teil sind die Früchte so lang wie unser Arm. Die Jackfrucht zählt als die größte Tropenfrucht. Sie kann ein Gewicht von 35kg erreichen. Beeindruckend ist ihre vielseitige Verwendung. Als rohe Frucht wird sie gerne als Fleischersatz verwendet. Die Konsistenz erinnert tatsächlich an Hühnerfleisch. Wir haben diese Version in dem indonesischen Gericht Lotek probieren können. Neben gekochter Jackfrucht gibt es Gemüse, Tempeh, Tofu und Maisfrikadellen mit Erdnusssauce. Ein sehr leckeres und nahrhaftes Gericht.

Die reife Jackfrucht

Im Garten unserer Unterkunft wuchs auch die Jackfrucht. Daher unterhielten wir uns mit der Eigentümerin über diese Frucht. Wir erzählten ihr, dass wir sie bisher noch nie pur gegessen haben und sie so gerne probieren würden. Auf die Frage, wo wir eine reife Frucht kaufen könnten, bot sie uns an, eine Frucht mitzubringen. Am nächsten Abend durften wir dann das erste mal Jackfrucht probieren. Der Geschmack erinnert an Ananas, Banane mit Vanillearoma. Es hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der Snakefrucht, ist aber süßer. Wir waren begeistert. Unsere Begeisterung stieg, als wir herausfanden, dass auch die Kerne verwertbar sind. Nach dem Kochen und Haut abpellen, schmecken sie wie Esskastanien.

Besuch der Adventgemeinde

Am Samstag besuchten wir das erste Mal eine Adventgemeinde in Asien. Es  ist schön, was für ein heimisches Gefühl dabei hochkommt. Wir wurden herzlich aufgenommen und direkt zum Mittag essen eingeladen. Das Bibelgespräch und die Predigt wurden uns auf englisch übersetzt. Nach dem Gottesdienst waren wir umzingelt von zahlreichen Indonesiern. Sie waren alle sehr interessiert was wir machen, was wir studiert haben, wo wir schon überall waren und was unsere Pläne sind. Es war ein großer Segen sich auszutauschen. Zum Abschluss wurden noch zahlreiche Fotos gemacht. Witzig, wie wir auf allen Fotos die größten sind!

Es war eine tolle Erfahrung dort in der Gemeinde zu sein. Wie schön es ist, überall auf der Welt Familie zu haben!

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