Tomia – ein verstecktes Paradies

Tomia – ein verstecktes Paradies

26. Woche

Tomia - ein verstecktes Paradies by Reise_einfach_und_lebe
Inselerkundung

In unserer Unterkunft konnten wir ein Motorrad für einen sehr erschwinglichen Preis ausleihen. So erkundeten wir mit dem Motorrad die Insel. Wakatobi ist bisher vom Massentourismus verschont geblieben. Und das merkten wir. Während unserer Zeit entstanden zahlreiche Fotos von uns mit Einheimischen. Überall wo wir waren oder mit dem Motorrad langfuhren, wurde uns „Hello Mistaar“ zugerufen. Zeitweise waren wir sogar die einzigen Touristen auf Tomia. Ansonsten hielt sich die Zahl im Durchschnitt bei 5 Touristen auf.

Muslimischer Glaube

Auf Wakatobi, wie in den meisten Teilen Indonesiens herrscht der muslimische Glaube vor. Diesbezüglich gab es für uns ein paar Dinge zu beachten: Gegrüßt wird immer mit der rechten Hand. Auch wenn man auf jemanden zeigt, sollte nie die linke Hand verwendet werden. Schon alleine das war manchmal herausfordernd für uns. Als Rechtshänder waren wir es gewohnt immer etwas in der rechten Hand zu haben, ob Kamera oder Drybag. Für Anne galten noch ein paar Kleidervorschriften: Schultern bedecken und nicht zu kurze Hosen. Auch beim Baden ist es besser mehr anzuhaben, da man sonst einige Blicke der einfachen Fischermänner auf sich zieht. Und das muss ja nicht sein. Auch hat Anne ihre Haare häufig bedeckt, da blonde Haare hier so häufig vorkommen wie Schnee. Aber es war für uns kein Problem uns diesen Vorschriften anzupassen. Ist sowieso angenehm, dass nicht alle so freizügig rumlaufen, wie in Deutschland. Der Muezzin fing ab 4Uhr seinen regelmäßigen Gesang an und zum Teil konnten wir die Melodien schon mitsummen. Witzig war, wenn sein Gesang beim häufiger auftretenden Stromausfall plötzlich verschwunden ist.

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Fabelhafte Unterwasserwelt

Als Taucher und passionierte Schnorchler bzw. Free Diver waren wir besonders gespannt auf die Unterwasserwelt Tomia’s. Wir wurden nicht enttäuscht. Schon allein der Anblick von oben versetzte uns in Staunen. Die unterschiedlichsten Blautöne wechselten sich je nach Untergrund ab. Am Horizont vereinigten sie sich in einem tiefen Blau. Der Blick unter Wasser war genauso umwerfend. Zahlreiche, bunte Rifffische tummelten sich um die farbenfrohen Korallen. Eine gestreifte Seeschlange durchzog elegant ihr Gebiet. Mit entspannten Flügelschlag schwomm eine Meeresschildkröte vorbei. Kleine Jungfische verstecken sich im Korallenwald. Ein Stachelrochen breitete sich auf dem weißen Sand aus. Eine fabelhafte Unterwasserwelt!

Paradiesische Strände

Auch die Strände von Tomia, vor allem an der Ostküste sind von besonderer Schönheit. Palmen ragen über den weißen Sandstrand. Klares Meerwasser wird in sanften Wellen hin und her bewegt. Die Wassertemperatur hat Badewannen-Charakter. Besonders angetan hat es uns der Strand „Huntete“. Sehr abgeschieden und umgeben von tropischen Pflanzen erstreckt sich der weiße Strand an der Ostküste. Eine, bei Ebbe, begehbare Grotte bietet Windschutz und gibt uns das Gefühl auf einer einsamen Insel zu sein.
Doch leider gibt es hier in Tomia, wie an vielen Orten Indonesiens die Müllproblematik am Strand. Bei unserem Lieblingsstrand hielt sich dies jedoch in Grenzen. Wir genossen unsere entspannten Strand- und Badetage sehr.

Historisches Tomia: Patua Fort

Auch historisch gibt es auf Tomia Dinge zu entdecken. Alte Festungsmauern, rostige Kanonen und schmale Höhlengänge laden beim Patua Fort zum Geschichten ausdenken ein. Während die alten Gemäuer immer mehr von der Natur eingenommen werden, durchzogen wir die verschiedenen Festungsringe. Alte Festungstürme und Schießscharten erinnern an die vergangenen Erlebnisse. Hier soll die Königsfamilie bei Angriff Schutz gefunden haben. Die Höhlensysteme dienten der Flucht. Ausprobieren wollten wir diese aber nicht… Viel zu eng und zu viel Krabbeltiere.

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Grotte mit Süß- und Salzwasser

Auf der Suche nach dem Weg zu einer Grotte, die mit Süß- und Salzwasser gefüllt ist, fragten wir uns bei den Einheimischen mithilfe von Google translate durch. Einige ältere Menschen konnten mit der Übersetzung auf Google nichts anfangen. Wir fragten uns, ob ihre Augen einfach nur sehschwach waren, oder ob sie des Lesens gar nicht mächtig waren. Letzteres wäre eine erschreckende Vorstellung, da bei uns in Deutschland Bildung (leider) schon als selbstverständlich betrachtet wird. Es ist dort gar nicht vorstellbar, nicht lesen zu können. Schließlich erreichten wir die Grotte. Ebbe und Flut spiegeln sich am Wasserstand wieder, denn die Grotte ist über einen kleinen Tunnel mit dem Meer verbunden.

Sonnenaufgang am Strand

Am Strand sitzend, in die Weite blickend sahen wir nichts außer Wasser. Auf dieser schönen Insel haben wir wirklich das Gefühl „Irgendwo im Nirgendwo“ zu sein. Bei solch einem Horizont wollten wir uns das Farbenspiel eines Sonnenaufgangs nicht entgehen lassen. So klingelte der Wecker um 4Uhr und zeitgleich sang der Muezzin sein Morgenlied. Es war noch dunkel als wir mit dem Motorrad losfuhren. Aber um kurz nach halb 5 erreichten wir den Strand an der Ostküste. Der Himmel hat sich inzwischen in eine rosa-orangene Farbe verändert. Wir bereiteten die Drohne vor, stellten das Stativ auf und dann tauchte über dem Meer der warme Feuerball auf. Wunderschön! Wir saßen am Strand und genossen den Anblick sowie die Wärme, die wir auf der Haut spürten.

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Sonnenuntergang am Strand

Natürlich nutzten wir auch die Gelegenheit uns mehrere Sonnenuntergänge anzuschauen. Es ist ein schöner Tagesausklang, zu beobachten wie sich die Farben verändern und die Welt sich langsam schlafen legt. Einmal waren wir dafür am Strand. Die Einheimischen badeten und hatten viel Spaß dabei. Am Strand setzten sie sich dann zusammen hin und aßen Abendessen. Wir wurden schon längst von ihnen bemerkt, da wir ja so anders aussehen. Sie waren so gastfreundlich und haben uns mehrmals zum essen eingeladen (aber leider gab es nur Fleisch). Dennoch waren wir schwer beeindruckt von ihrer Freigiebigkeit und Freundlichkeit.

Local market und Nightmarket

Als Obstliebhaber nutzten wir natürlich auch auf Tomia jede Gelegenheit, um bei den Einheimischen günstig Obst zu bekommen. Jeden zweiten Tag wurden direkt vor unserer Unterkunft Gemüse, Bananen, Mangos, getrockneter Fisch und noch weitere Kleinigkeiten verkauft. Die Einheimischen breiteten ihre Ware auf dem Boden aus. An einem Ast gewickelte Plastiktüte diente als Fächer, um die Fliegen vom Fisch fern zu halten. Es war spannend das Treiben zu beobachten. Der Nightmarket bestand aus einer kleinen Zahl an Ständen. Unser Lieblingsessen dort waren frittierte Bananen und Gado-Gado, ein Reisgericht mit Tofu, Gemüse und Erdnusssauce.

Folgende Videos ergänzen den Beitrag

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